Unterrichte der Berufsschulstufe
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Unterrichte der Berufsschulstufe

1. DER WERKSTATTUNTERRICHT IM BILDUNGSBEREICH

Die Schüler/innen kommen zunächst in den Bildungsbereich zum praktischen Werkstattunterricht. Hier werden sie zusammen mit Teilnehmern des Berufsbildungsbereiches an den Werkstattalltag herangeführt. Der geschützte Rahmen ohne Produktionsaufgaben ermöglicht ein intensives Eingehen auf die einzelnen Schüler/innen.

Sie können hier die verschiedenen Materialien (Metall, Holz, Stein, Farbe und Textil), die sie später in den Werkstätten vorfinden, ausprobieren, Gaben und Neigungen entdecken und ausbauen.

Ein ganz wichtiger Baustein ist die Arbeitssicherheit, das richtige Verhalten am Arbeitsplatz, der sachgerechte Umgang mit Werkzeug und das Üben der benötigten Fähigkeiten zum Erreichen der allgemeinen Berufstüchtigkeit, wie z.B. Konzentration, Ausdauer, Durchhaltevermögen.

Auch soziale Komponenten, wie z.B. Teamarbeit werden geübt. Begleitende Angebote, wie Geburtstagsfeiern, Walderkundungen etc. bereichern den Werkstattunterricht.

Nach dieser Orientierungsphase wechseln die Schüler/innen in einen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Handwerksbetrieb der Gesamteinrichtung.

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2. DER WERKSTATTUNTERRICHT IN DEN AUSBILDUNGS- UND PRODUKTIONSWERKSTÄTTEN

In den handwerklich ausgerichteten Werkstätten der Gesamteinrichtung erhalten die Schüler Einblicke in die dortigen Verfahren und Produktionsabläufe, sowie grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit den betreffenden Werkstoffen und Werkzeugen. Sie sollen, ihren Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten entsprechend, nacheinander verschiedene Werkstätten besuchen.

Dieser regelmäßige Wechsel ermöglicht es den Schüler/innen ein breites Angebot an praktischen Lernfeldern kennen zu lernen.

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3. DER ALLGEMEINBILDENDE UNTERRICHT

3.1 Der Epochenunterricht

In Epochen von 6 – 8 Wochen wird an Themen gearbeitet, die gesellschafts- oder sozialkundliche Inhalte vermitteln, ins Arbeitsleben und in technische Zusammenhänge Einblick geben und einen lebenspraktischen Bezug haben.

Der Unterricht gliedert sich auf in einen sprachlich-musischen Teil mit Rezitation, Gesang und Gespräch, einen Teil Arbeit am Epochenthema, sowie in eine schriftliche Übungsphase z.B. am Computer.

Lerngänge, Exkursionen und praktische Übungen treten nach Bedarf hinzu.

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3.2 Der sprachliche Unterricht

In der den Allgemeinbildenden Unterricht ergänzenden Doppelstunde soll mit verschiedenen Mitteln und wechselnden Schwerpunkten versucht werden, den Entwicklungsprozess des Jugendlichen ganzheitlich zu begleiten und zu unterstützen.

Die Sprache als Ausdruck des Menschseins und einer menschenwürdigen Gemeinschaft wird durch gezielte Sprachübungen gepflegt, Sprüche und Gedichte werden erarbeitet und über die Inhalte die seelische Erlebnisfähigkeit vertieft.
Im Kennenlernen und Üben der englischen Sprache soll Welterfahrung erlebbar werden.

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3.3 Die Kulturtechniken

Es werden vorhandene und erworbene Fähigkeiten und Strategien im Bereich Rechnen, Lesen und Schreiben geübt, gefestigt und erweitert.
Die abstrakte Welt der Zahlen und Buchstaben wird mit Inhalten und Sinn aus der Alltagswelt der Jugendlichen und jungen Erwachsenen verknüpft und damit begreifbar gemacht.

Die Ziele, Methoden und Aufgaben richten sich dabei nach den individuellen Möglichkeiten der einzelnen Schüler/innen.

Vom Zählen und Erfassen kleiner Mengen über die Grundrechenarten bis zu Textaufgaben, vom Kopfrechnen über schriftliches Rechnen bis zum Taschenrechner - alles hat seinen Platz.
Gewichte, Längenmaße, Uhrzeiten, Geld - das tägliche Leben stellt Aufgaben, die viel Übung erfordern, aber auch praktischen Nutzen haben, die Selbständigkeit fördern und Selbstvertrauen geben.

Geschriebenes, wie Märchen, Gedichte, Kurzgeschichten, Sachtexte, aber auch Alltägliches, wie z. B. Fahrpläne und die Bedienungsanleitung vom Fahrkartenautomaten am Bahnhof, Straßenschilder und Hinweistafeln, werden gelesen und vorgelesen, besprochen und Fragen dazu gestellt und beantwortet.
Besonders wichtig ist dabei, dass das selbst Gelesene auch erfasst werden kann.

Die Schreibübungen können vom Abschreiben einzelner Wörter und Sätze, über das Aufschreiben gemeinsam formulierter Antworten, bis zum Verfassen eigener Texte reichen.

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3.4 Der Bildungsbereich selbständige Lebensführung / Hauswirtschaft

Im Unterricht sollen die Schüler/innen Einblicke in die Arbeiten des Haushalts erhalten. Praktisches Üben, sowie einfache theoretische Inhalte sollen sie befähigen, sich möglichst weitgehend selbst zu versorgen, bzw. eine Grundsicherheit beim Arbeiten im Haushalt zu erlangen.

Im hauswirtschaftlichen Unterricht steht lebenslanges Lernen im Mittelpunkt.

Inhalte des Unterrichts sind derzeit: Gesunde Ernährung, Feste und Gebräuche, Nahrungszubereitung, Gartechniken, Lebensmittelkunde, Arbeiten im Haushalt, Arbeitssicherheit und Hygiene, Freizeitgestaltung. Auch werden die Kulturtechniken wie „nebenbei“ ständig geübt. Inhalte und Themen werden jeweils auf die Klasse und den einzelnen Schüler abgestimmt.

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4. DER KÜNSTLERISCHE UNTERRICHT

4.1 Der Unterricht in Bildender Kunst

Das künstlerische Arbeiten gibt die Möglichkeit, Erlebnisbereiche zu eröffnen und sich in Ruhe und Ausdauer über das Tun auf diese Erfahrungen einzulassen. Hierbei spielt die Reflexion des Entstehenden eine große Rolle. D.h., es geht während des Bild- oder Bildungsprozesses darum, die Arbeit stets zu betrachten und dialogisch sich mit der gestalterischen Arbeit auseinanderzusetzen mit Fragen wie:
• Was drückt sich in der Gestaltung aus?
• Wie steht die Arbeit zur Aufgabenstellung?
• Verändert die Betrachtung des Werkes vielleicht den begonnen Weg?
• Was kann ich tun, um das Werk erlebbarer zu machen, es stärker zu
charakterisieren, was braucht das Bildwerk?

Es geht bei der Betrachtung künstlerischen Tuns dabei vor allem darum, wahrzunehmen und ins Erleben zu bringen, wie eine Ausdrucksqualität, eine Geste ist. Es geht darum, die Schüler für den bildhaften, erlebbaren Gehalt einer Arbeit zu sensibilisieren.

Im Focus der bildenden Kunst steht dabei neben dem Tun also immer auch ein Erüben der eigenen empfindenden Beobachtung, um sich darüber in ein Verhältnis zu setzen zu dem was ich schaffe oder erreichen möchte.

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4.2 Der Musikunterricht

Der Musikunterricht in der Berufsschulstufe richtet sich nach den individuellen Fähigkeiten der Schüler. Die sprachlich/musikalischen Voraussetzungen und Begabungen, aber auch die Wünsche und Ideen der Schüler bilden den Ausgangspunkt für die Entwicklungen im Unterricht.

Aus den Zusammenklängen an Ideen und Wünschen werden zu Anfang Programme geformt, an denen sich jeder einzelne individuell, aber auch die Gruppe als soziales Gebilde orientieren kann. Im weiteren Verlauf des Unterrichtes werden die musikalischen Entwicklungen soweit getrieben, dass eine musikalische Reife erreicht wird. Am Schluss stehen musikalische Abschlüsse vor Publikum im Halbjahresrhythmus.

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4.3 Der Eurythmieunterricht

In der Eurythmie bewegt sich nicht nur unser physischer Leib - in die eurythmischen Bewegungen ist der ganze Mensch einbezogen. Gestalten wir ein Gedicht oder ein Musikstück mit den Mitteln der Eurythmie, wird dieses seelisch durchdrungen und auf einer anderen Ebene als der rein physischen sichtbar gemacht.

Die verschiedensten Bewegungsabläufe – mit Kupferstäben und -kugeln, rhythmische Übungen, geometrische und freie Formen im Raum, die Gestaltung der Elemente von Sprache und Musik – können z.B. Lernprozesse unterstützen, Geschicklichkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit und die Koordinierung von Bewegungsmöglichkeiten schulen. In der Regel wird Eurythmie in Gruppen ausgeführt. So fördern die Übungen das Sozialverhalten, die Fähigkeit, sich aktiv mitwirkend in eine Gruppe einzugliedern, aber auch Mut und Selbstvertrauen, wenn Aufgaben selbständig ausgeführt werden sollen. Alles, was in der Eurythmie über einen längeren Zeitraum geübt wird, kann als Fähigkeit auch in anderen Zusammenhängen wirksam werden.

Hier ist mehr zur Eurythmie, siehe auch in unserem Kunst- und Therapiebereich.

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5. BEWEGUNG / SPORT

Dieser Unterricht soll ein breites Angebot an sportlichen Aktivitäten bieten, die vor allem Freude an der Bewegung vermitteln. Körperliche Beweglichkeit dient u. a. auch der geistigen Beweglichkeit beim Lernen der Kulturtechniken und sie wirkt unterstützend ein auf das körperliche und seelische Wohlbefinden.

Übungen zur Wahrnehmung, Geschicklichkeit und Sozialerfahrung, Gymnastik und das Spiel mit dem Ball, bei dem insbesondere Aufmerksamkeit und Konzentration geübt werden, sowie kleine andere Spiele bilden den Kern dieser Stunde.

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